erstellt von Andreas Kühlmeyer
WWW-Homepage: http://www.kuehly.de/hausmittel.html
Diese Seite soll Tips und Hinweise geben, wie man sich bei leichteren Erkrankungen, z.B. grippalen Infekten, mit haushaltsüblichen Mitteln selbst helfen kann.
Die Seite will und kann nicht den Besuch bei einem Arzt ersetzen. Sie will nur Hinweise geben, wie man bei "harmloseren" Erkrankungen auch ohne die üblichen Pharmaka gesund werden kann. Falls Du irgendwelche Zweifel hast, dann frage Deinen Arzt oder Apotheker! Das gilt vor allem für Allergiker. Auch wenn die Beschwerden nicht nachlassen oder gar schlimmer werden, sollte man in jedem Fall zu seinem Hausarzt gehen.
Diese Seite sagt euch auch nicht, was ihr tun müsst um gesund zu werden. Sie bietet keine absolute Wahrheit, sondern reflektiert nur eine Reihe von Standpunkten. Bildet euch eure eigene Meinung!
Beachtet auch das Kapitel Rechtliches!
Wenn Markennamen im Text genannt sind, dann heisst das nicht, dass dies das einzige Produkt mit den gewünschten Eigenschaften ist. Es kann auch andere, eventuell günstigere Produkte geben. Befrage dazu bitte einfach deinen Arzt oder Apotheker.
Diese Page hat zwar schon einen beachtlichen Umfang. Weitere Ratschläge, Tips und Mittelchen sind aber immer willkommen. Auf Kritik reagiere ich normalerweise auch in vernünftiger Art und Weise. Falls du also einen Tip hast, einen Schreibfehler entdeckt hast, dich irgendwas stört oder du die FAQ einfach nur gut findest :-), dann schreibe einfach eine Mail an mich.
Ich behalte mir vor, bei Ratschlägen, die ich aufnehme, eventuelle Rechtschreib- oder grammatikalische Fehler zu korrigieren oder die Texte zu kürzen.
Jeder Abschnitt, der nicht von mir ist, ist mit einer kurzen Kennung am Ende markiert. Zu welchen Namen die Kennungen gehören, steht im Kapitel Mitarbeiter.
Diese Page entstand aus einer FAQ ("Hausmittel-FAQ") heraus, die ich im Laufe des Jahres 1995 zusammengestellt habe. Ich bedanke mich vor allem bei allen Mitwirkenden und allen Lesern und Schreibern in der Newsgroup Z-Netz/Gesundheit/Tips, ohne die weder die FAQ noch diese Seite entstanden wären.
Sollten die Beschwerden schwerwiegender sein oder auch nach etwa zwei Tagen nicht abklingen, dann sollten Sie unbedingt zum Arzt gehen.
"Die Leute sollten angeregt werden, eine Erkältung nicht auf die leichte Schulter zu nehmen. Wenn man krank ist, ist man krank und sollte das dann auch auskurieren. Nichts ist schlimmer und überflüssiger als eine über Wochen verschleppte Erkältung." [HS1]
Bei unserer Luxusernährung ist eine Zuführung von Vitaminpräparaten nur für einen nützlich: die Pharmaindustrie! [Zuviel] Vitamin C (Ascorbinsäure) säürt den Urin an. Dadurch ändert sich das Löslichkeitsprodukt für u.a. Harnsäure. Folge: Nierensteine. [HS1]
Es kann/soll helfen, bei ersten Erkältungssymptomen einmalig einen gehäuften Teelöffel Ascorbinsäure (Vitamin C) in Wasser gelöst zu trinken. Sinnvoller und leckerer ist sicherlich die gute alte "Heisse Zitrone". [HS1]
Präventivmaßnahme, um Erkältungen vorzubeugen: Jede Woche in die Sauna. [OT1]
Ein Tip für eine "Roßkur": Bei gutem Kreislauf (!) Vollbad so heiß und lange wie möglich, dann einige Tropfen Pfefferminzöl dem Badewasser zugeben. Subjektiv sinkt durch diese Zugabe die Badetemperatur, so daß man es danach noch einmal einige Minuten im Bad aushalten kann. Danach ist man so erledigt (allerdings wohlig erledigt), daß man stumpf ins Bett fällt und ordentlich schläft. Wirkmechanismus ist wohl die Überwärmung mit Aktivierung der Abwehrkräfte (Wird auch in der Krebstherapie angewandt!). Wie gesagt: Roßkur![HS1]
Es ist auch nicht schlecht, wenn man etwas intensiver schwitzt. Dann sollte man nur ab und an den Pyjama/das Nachthemd wechseln. [FU1]
Nicht nur die Naturheilkundler! Es ist ein feststehender Satz in der Medizin, daß der Kontakt die Immunität schafft. Da es sich bei den Erkältungen primär um Virusinfekte handelt, gegen die die Medizin ja bekanntlich (noch) kein Heilmittel hat, werden die Erkältungen ausschließlich von den körpereigenen Abwehrkräften besiegt. Alle gängigen Therapien, auch die Hausmittel, haben zum Ziel, den Körper beim Abwehrkampf zu unterstützen. Erst wenn es - sekundär - zur Superinfektion mit bakteriellen Erregern kommt (Bronchitis...) kann die Schulmedizin mit Antibiotika wirklich heilen, wobei auch hierbei lediglich die Keimzahl reduziert wird, den letzten Rest zur Gesundung aber der Körper allein schaffen muß. [HS1]
Für Kleinkinder: Die Warnung in Kapitel 1.2 lesen!
"Subjektiv bringt das vermutlich tatsächlich Linderung. Besser (auch für Mobiliar und Tapeten ;-) ist es, zu inhalieren... Die Leute sollten einfach mal an das Naheliegende denken: trocken ist die Luft im Winter doch nur in der Wohnung. Ein Spaziergang an der frischen und feuchten Luft feuchtet nicht nur die Schleimhäute an, sondern führt über die vertiefte Atmung auch zu einer besseren Durchblutung der Lunge und damit zu einer Verbesserung der Abwehrlage. Wenn man jetzt noch den Spaziergang im Wald macht, kommen die in der Waldluft nachgewiesenen antibiotisch wirksamen Substanzen noch hinzu!" [HS1]
Warnung: Für diese Empfehlung wie auch für das Inhalieren ätherischer Oele sollte man beachten, daß es insbes. bei Säuglingen und Kleinkindern zu paradoxen Effekten kommen kann. Insbes. mentholhaltige Präparate können bei dieser Altersgruppe bronchialverengende Wirkung haben.Ein simpler Erkältungshusten kann sich u.U. zur obstruktiven Bronchitis ausweiten. [FW1]
Wirkmechanismus der Einreibungen mit ätherischen Oelen ist übrigens neben den inhalativen Wirkungen der Oele (Schleimhautberuhigung, Weitung der Bronchien, Hebung der Stimmung (psychotrophe Wirkung!)) auch der viszerokutane Reflex (VKR): über die entsprechenden Rückenmarksegmente stehen innere Organe und zugehörige Hautareale (Headsche Zonen) über Nerven miteinander in Verbindung (z.B. Schmerzen in der rechten Schulterregion bei Gallenblasenkolik). Kampher etc. verbessern die Hautdurchblutung über eine Weitstellung der Blutgefäße; gleichzeitig wird das entsprechende innere Organ besser durchblutet! Ein Einreiben der Brusthaut (auch Schulter und Rücken!) verbessert so die Durchblutung der Lunge 1. über die tiefere Atmung und 2. über den VKR. Bessere Durchblutung bedeutet immer bessere Abwehrlage, weil pro Zeiteinheit mehr weiße Blutkörperchen an den Ort des Geschehens gebracht werden können. [HS1]
Sinnvoll sind auch Salben-Präparate, die ätherische Oele wie Kampher, Eukalyptusöl, Fichtennadelöl und Menthol etc. enthalten, z.B. EUFIMENTH(R). Die Salben haften länger auf der Haut und wirken so länger. [HS1]
... und verhindern eine ausreichende Transpiration und Verdunstung, was bei fieberhaften Infekten dann regelmässig zum Wärmestau führt. Schreckgespenst eines jeden Notarztes: 22.00 mit 39.8 fieberndes Kind, das mit einem fetten Wattewickel unter der dicken Federdecke liegt.Im Extremfall wird der Schüttelfrost dann auch noch mit einer Wärm- flasche bekämpft. Bei Fieber erscheint es mir günstiger, auf fettende Einreibungen zu verzichten. Der Fiebernde sollte mehrfach täglich mit einer lauwarmen Seifenlösung leicht gewaschen werden, da die Wärmergulation auch schon durch die normale Fettabsonderung der Haut bei Fieber gestört ist,selbst wenn keine Salben angewendet werden. [FW1]
Für Kleinkinder: Die Warnung oben lesen!
Variante: Zwiebel in Scheiben schneiden und mit Zucker abwechselnd in einem Trinkglas schichten. Den entstehenden Sirup Teelöffelweise bei Bedarf einnehmen. [HS1]
Bei Husten und Schnupfen hilft es während der Nacht ganz hervorragend, eine kleingewürfelte Zwiebel auf den Nachttisch zu legen. Durch das Einatmen der in der Zwiebel enthaltenen ätherischen Oele bleiben die Atemwege frei, es kommt nicht zu dem "trocken Halsgefühl" das man i.A. die Nacht über hat und die Nase bleibt frei. Wichtig ist dabei nur,daß man den Geruch erträgt ;-) [HH1]
Es ist Blödsinn, produktiven Husten, d.h. Husten mit Auswurf, zu unterdrücken. Hier geht es darum, festsitzenden Schleim zu lösen und das Abhusten zu erleichtern. Jede Stase (Festsitzen von Sekret, z.B. auch Galle, Urin ...) ist der halbe Infekt! Bei produktivem Husten daher viel Flüssigkeit trinken, inhalieren etc. [HS1]
Zur Nacht Codein (z.B. Paracodin(R)), damit man in Ruhe (ein-)schlafen kann. Codein ist ein Opium-Derivat, daß zentral (d.h. im Gehirn) den Hustenreiz abschaltet. Dadurch können sich die Schleimhäute über Nacht beruhigen - und am nächsten Tag sieht die Welt wieder ganz anders aus... [HS1]
Achtung: Codein blockiert den Hustenreflex, d.h. eventüll vorhandener infektiöser Schleim rutscht tiefer in die Lunge und führt dort 2eventüll zu Lungenentzündungen. [KO1] Codein heilt also nicht, sondern eliminiert nur die Symptome!
Ist zwar kein echtes Hausmittel, aber wenn's hilft... Alternative:
Ich würde statt Codein einen Hustenblocker mit Clobutinol empfehlen, das ist zwar "chemisch", aber dafür nicht verschreibungspflichtig und hat auch kein Suchtpotential (das ist beim Codein zwar gering, aber vorhanden). [PH1]
Wurde in diesem Zusammenhang Thymian erwähnt (z.B. als Tee)? Wirkt auch sehr gut bei Reizhusten! [PH1]
Gegen eine verstopfte Nase hilft Pfefferminzöl-Schnuppern. Am besten einen Pfefferminztee kochen (am bestem aus losen Blättern, die sind mit den ollen Beuteln gar nicht zu vergleichen!) und einen Tropfen Pfefferminzöl drauf. Jetzt die Nase drüber und tiieef Luft holen. Vorsicht, daß nichts in die Tasse tropft. ;-) [KR1]
Ebenso gut wirkt auch Kamille-Tee aus Blüten.
Effektiver wird's noch, wenn man ein Handtuch über seinen Kopf und den Topf mit dem Tee legt. Achtung: Darunter kann es sehr heiß werden!
Salbeiöl schnüffeln (Hemdkragen ) oder in den Tee hat mir auch immer gut geholfen, den Schleim zu verflüssigen. [KO1]
Wie in Kap. 1.2 beschreiben, hilft eine kleingewürfelte Zwiebel auf dem Nachttisch. [HH1]
Der Wirkmechanismus ist wie folgt: mit dem Wasserdampf wird Kochsalz auf die Schleimhäute der oberen Atemwege gebracht. Das Kochsalz zieht Wasser an und befeuchtet so die Schleimhäute. Der auf den Schleimhäuten liegende Schleim kann so besser verdünnt und abgehustet werden. Wichtig ist hier auch ausreichende Flüssigkeitszufuhr, d.h. viel trinken! [HS1]
Scheint mir physikalisch unmöglich zu sein. Sinnvoll ist nur ein Zerstäuben der Salzlösung mit Ultraschall- oder Druckluftinhalatoren, die bronchialgängige Nebel erzeugen.Die Wirkung von Meeresluft und Gradierwerken beruht ebenfalls auf einer solchen Zerstäubung, allerdings nur bei entsprechender Windbewegung und längst nicht mit der Effektivität eines Inhalators. [FW1]
Druckluftzerstäuber, die bronchialgängige Nebel erzeugen, gibt es ab ca. 200 ,- im medizinischen Fachhandel. Die Ultraschallvariante ist etwas teurer. Bei chron. Atemwegserkrankungen und auch bei Kindern mit wiederkehrenden Infekten zeigen sich die Krankenkassen durchaus groß- zügig. Die Kosten werden übernommen, oder die Kasse gibt solche Geräte auf Leihbasis aus ihrem Bestand an die Patienten ab. [FW1]
Gut ist auch, der heissen Kochsalzlösung 1 bis 2 Tropfen Pfefferminzöl beizufügen (Vorsicht! Nicht zu viel!!!). Das Oel legt sich als Film auf die Schleimhäute und macht eine milde Schleimhautbetäubung, was Kratzen und Hustenreiz erträglicher macht. Außerdem weitet es die Bronchien - mensch kann besser durchatmen. Außerdem ist ein positiver Effekt auf die Psyche bekannt, d.h. das Pfefferminzöl hebt die Stimmung. Gute Laune stärkt wieder das Immunsystem, d.h. der Körper wird besser mit der Erkältung fertig. [HS1]
Anmerkung: Mit Salzwasser ist das eine Radikalkur, die man nicht allzu oft durchführen sollte, sonst leiden die Schleimhäute.
Ist nicht zu erwarten, wenn die Konzentration im physiol.Bereich liegt (also 0.9 %-ig).In der physiotherapeutischen Literatur wird empfohlen, die Konzentration unter 2 % zu halten. [FW1]
Wichtig : Nase richtig putzen! Nie durch beide Nasenlöcher gleichzeitig schneutzen. Das könnte dazu führen, daß der Naseninhalt sich nach oben zur Stirnhöhle drückt. Gefahr: Stirnhöhlenentzündung. Oder Nase hochziehn. Durch den Unterdruck wird der Schleim aus den Nebenhöhlen gesaugt. [KO1]
Wichtig! Falsches Naseputzen ist häufig die Ursache für Mittelohr- infektionen! Typisch: Mutter unterstützt das Kind beim Naseputzen und drückt dabei mit zwei Fingern auf beide Nasenflügel. Folge ist eine Druckerhöhung im Nasen-Rachen-Raum; der infektiöse Schleim wird über die Tuben ins Innere des Ohres gepresst. [FW1]
Sehr gut wirksam sind Bärentraubenblätter: Mehrmals täglich eine Tasse als Teeaufguß trinken. Die Blätter enthalten eine Substanz (Hydrochinon), die im Harn eine antibakterielle und desinfizierende Wirkung entfaltet. Man sollte dann aber auf jeden Fall eine erhöhte Zufuhr von Vitamin C verzichten, da das Hydrochinon nur im alkalischen Milieu freigesetzt wird. Da die Blätter sehr viel Gerbstoffe enthalten, die auf die Dauer den Magen angreifen können, sollten empfindliche Personen einen Kaltauszug bereiten: Die Blätter mit kaltem Wasser übergießen, 1/2 - 1 Std. "ziehen" lassen, dann abseihen und den Sud aufkochen. Dazu aber trotzdem noch viel trinken und Wärme! [PH1]
Hast du dich schon einmal z.B. am Kopf gestoßen? Was machst du da? Genau, du reibst dir tüchtig die Beule bis der Schmerz nachlässt. Das funktioniert am Schienbein, beim Bauch etc. Den Tip habe ich übrigens von Kenpo Dorje Gyaltsen Rinpoche, einem alten tibetischen Mönchsarzt, der leider im Frühjahr 1993 gestorben ist. [HS1]
Kurzfristige Linderung bringt manchmal Kühlung, d.h. ein feuchter Lappen auf die Stirn.
Die Augen sind häufig beteiligt. Bei Überanstrengung derselben hilft es oft, sich in einem abgedunkelten Raum mit geschlossenen Augen hinzulegen. Bei häufigen Kopfschmerzen kann ein Besuch beim Augenarzt nicht schaden (seitdem trage ich eine Brille).
Gelegentlich kann auch Kaffee oder Tee (Koffein) helfen. Allerdings kann einem davon dann auch übel werden.
1 - 2 Tropfen Pfefferminzöl, auf die Stirn gerieben, lindern übrigens ganz hervorragend Kopfschmerzen! [HS1]
[DP1] empfahl Kalktabletten.
Der gute alte Salzhering führt dem verkaterten Körper das an Salz zu, was als Folge der alkoholinduzierten Diurese ausgeschieden wurde. Alkohol ist ein harnförderndes Mittel = Diuretikum. Verstärktes Pinkeln (= Diurese) schwemmt verstärkt harnpflichtige Substanzen, u.a. natürlich auch Salze aus. Dies führt zu Flüssigkeitsansammlungen im Gewebe (Oedembildung). Hast du schon mal nach durchzechter Nacht in den Spiegel gesehen? Genauso verquollen wie dein Gesicht ist dein Gehirn, nur daß das Gehirn keinen Platz hat, sich auszudehnen... ;-) Der Salzhering führt dem Körper Salz zu, das Salz entzieht dem Gewebe überflüssige Flüssigkeit. Resultat: Aspirin (bzw. hier besser Alka-Seltzer) und Salzhering (Rollmops) führen dazu, daß der Kater schneller wieder verschwindet. Daher nennt man diese Kombination ja auch "Katerfrühstrück". Weiterer Tip: Empfehlenswert für alle, die keinen Hering runterbekommen: Ein Maggi-Süppchen, da ist nämlich auch Salz 'drin bis zum Abwinken... ;-) [HS1]
Aspirin wird zwar immer gelobt, führt aber besonders bei vorherigem Alkoholkonsum zu verstärkten Magenblutungen und sollte deshalb nicht eingesetzt werden zur Katerbehandlung. Auch Paracetamol (ben-u-ron, Lonarid mono) ist im Zusammenwirken mit Alkohol äußerst schädlich. Es bildet nämlich einen lebertoxischen (giftigen) Metaboliten (Abbauprodukt), der bei häufigerem Alkoholkonsum zu schweren Leberschädigungen führen kann. [CB1]
Man sollte nach Möglichkeit gar keine Schmerzmittel bei einem "Kater" einnehmen. Wenn es aber unbedingt nötig sein sollte, dann ist als Einziges "Alka Seltzer" zu empfehlen, eine stark gepufferte Form der Acetylsalicylsäure (Aspirin). Daher ist Alka Seltzer magenschonender. [CB1]
Auf jeden Fall die Alka Seltzer _vor_ dem zu-Bett-gehen nehmen, und zwar recht hoch dosiert [Anm: Nicht übertreiben!]. Dann fällt der Kater erst gar nicht so doll aus. Und dann hab ich immer recht gute Erfahrungen gemacht mit dem Verzehr von rohem Sauerkraut und Tartar am Tag danach. [SB1]
Da ich empfindliche Zahnhälse habe, habe ich immer ein paar Gewürznelken dabei. Bei Zahnschmerzen einfach eine Nelke am schmerzenden Zahn in die Backentasche legen. Nach kurzer Zeit fühlen sich Zahnfleisch etc. taub an, der Schmerz wird deutlich gelindert und verschwindet. Habe diesen Tip von einem Zahnarzt. Zahnärzte benutzen Nelkenöl ebenfalls für die Anästhesie. [HS1,GS1]
Auch bei Halsschmerzen hilft das Inhalieren mit und vor allem auch das Trinken von Pfefferminz-Tee (s. 1.3 Schnupfen) und das Lutschen von Bonbons mit ätherischen Oelen (s. 1.2 Husten). Für Kleinkinder: Die Warnung in Kapitel 1.2 lesen!
Ich habe die Erfahrung gemacht, daß bei Halsschmerzen am besten Gurgeln mit Salbei-Tee hilft, am besten 3xTgl. [GS1]
Empfehlenswert ist auch das Gurgeln mit Salzwasser. [FW1]
Schnaps kann helfen. Man kann entweder damit gurgeln (nicht schlucken!) oder sich einen "Schnapswickel" machen. Dazu tränkt man ein Tuch mit Alkohol und bindet sich das um den Hals.
Für Hartgesottene die Roßkur: Gurgeln mit 80%igen Strohrum. Hat mir immer geholfen; aber der erste Schmerz beim Gurgeln ist mörderisch. [SB1]
Auch ein Kartoffelwickel (s. 1.2 Husten), diesmal um den Hals gewickelt, hilft. [HS1]
Hilfreich kann auch ein kaltes Eis sein. Bei dicken Mandeln und damit verbundenen Schluckbeschwerden kein Milchspeiseeis (schleimt!). [HS1]
Ich habe gute Erfahrungen mit Tannenzapfensirup gemacht. [FU1]
Oft hilft folgende, etwas krude Mischung: Cola trinken und dazu Salzstangen oder -brezeln essen.
Warum das funktioniert: Die Mischung ist überhaupt nicht krude, sondern wird mit großem Erfolg in der Kinderheilkunde angewandt, wenn die Kinder nicht auf Tee+Zwieback stehen. [HS1]
Kleine Anmerkung: Tee und Zwieback ist ein weiteres Mittel!
Wirkmechanismus: Durch den Durchfall kommt es zu Flüssigkeits- und Salzverlusten über den Darm (darum fühlt man sich so schlapp!). Mit den Salzstangen werden die Salzverluste ausgeglichen, mit der Cola das Flüssigkeitsdefizit. Sowohl Cola als auch Salzstangen sind gleichzeitig Kohlehydrat-Bomben (Zucker), wodurch dem Patienten gleichzeitig massiv Kalorien zugeführt werden. [HS1]
Die Aufnahme von Glukose erfolgt im Darm über einen Transporter der dadurch angetrieben wird, daß Natrium gleichzeitig mit übertragen wird. Sorge ich nun dafür, daß viel Natrium im Darm ist (Salzstangen), wird Glukose besser aufgenommen. [KJ1]
Wichtig: Es muß "richtige" Cola sein, also keine "Cola light" mit Zuckeraustauschstoffen, da diese wieder einen abführenden Effekt haben. [HS1]
Vorher die Cola bitte schütteln und die Kohlensäure rauslassen. Das schmeckt dann zwar wie 'ürgs', da der Durchfall jedoch irgendeine Ursache haben muß, sollte man die Reizungen, die Kohlensäure im Magen verursacht, vermeiden. [PL2]
Ein weiteres hilfreiches Rezept: geriebene Äpfel essen.
Ebenso helfen Bananen. [HS1]
IMHO fehlt hier der Hinweis auf die gute adstringierende Wirkung des schwarzen Tees. Seit ich einmal in einer Abhandlung über sT gelesen habe, trinken ihn meine Kinder auch in ihren gesunden Tagen. Bei klassischen teetrinkenden Völkern ist es durchaus üblich, auch den kleineren Kindern Tee zu verabreichen (Kaukasier,Mongolen u.a.). In der Wirkung noch besser, aber schlechter schmeckend, ist grüner Tee. [FW1]
Tee aus Süßholzwurzel (nach Apotheker M.Pahlow): 2 Teelöffel fein geschnittene Süßholzwurzel werden mit 1/4 l siedendem Wasser übergossen und 15 Minuten ausgezogen. Nach dem Abseihen ist der Tee trinkfertig. Da er sehr süß schmeckt, erübrigt sich ein Nachsüssen. 2 bis 3 Tassen Tee täglich. [HS1]
Magentee mit Süßholz (nach Apotheker M.Pahlow):
Schlecht sind viele schwere, fette Speisen. Auch bei Getränken sollte man vorsichtig sein, z.B. Fruchtsäften (Fruchtsäure, Zucker), Süßigkeiten u.ä. Bei Kräutern und Tees sollte man darauf achten, daß sie keine Bitterstoffe enthalten, weil diese die Magensaftproduktion steigern! [CB1]
Trifft IMHO für Magenpatienten mit Übersäürung nicht zu! Galle- und Bauchspeicheldrüsenerkrankungen erfordern die Vermeidung von Fett. Daneben ist aus anderen ernährungshygienischen Gründen evtl. auch eine Absage zu erteilen. Bei Gastritiden und Ulcusleiden sollte hingegen eine leicht fettige Nahrung empfohlen werden. Vor allem aber sollte sie eiweißreich sein (Milch + Milchprodukte, Fleisch und Ei!). Eiweißgemische sind hervorragende Säurepuffer. Allerdings müssen sie lange und gut gekaut werden um ein leichtes Gleiten zu ermöglichen und dem Magensaft eine große Angriffsfläche zu bieten. [FW1]
Die "Wurzel des Leidens" ist nachgewiesenermassen nicht primär Streß! Vielmehr wird die Gastritis durch ein Bakterium mit dem Namen Campylobacter pylori bzw. Helicobacter pylori verursacht. [CB1]
Dieses Bakterium ist resistent gegen die Magensäure und ist für die Entzündungen in der Magenschleimhaut (Gastritis), aber auch für Magengeschwüre oder sogar -krebs (Gastrinom) verantwortlich. Nach der Statistik ist das Bakterium weltweit verbreitet und in Europa sind etwa ein bis 2 Drittel der Bevölkerung davon "befallen". [CB1]
Natürlich kann sich zu Zeiten eines geschwächten Immunsystems (hier spielt der Streß wieder eine Rolle) das Bakterium stärker vermehren, dann kommt es zur bekannten Gastritis. [CB1]
Dieses Bakterium ist für ca. 80% der Gastritis- u. Magengeschwürfälle verantwortlich zu machen, beim Rest handelt es sich um Gastritiden, die auf Nebenwirkungen von best. Medikamenten zurückzuführen sind (Kortison, Antirheumatika, Schmerzmittel, insb. Aspirin). [CB1]
Die Behandlung von Magengeschwüren und Gastritiden sollte man daher dem (Fach-)Arzt überlassen. Meist wird ein best. Antibiotikum in Kombination mit einem Säurehemmer wie Tagamet verschrieben. Die Behandlung dauert oft nur wenige Wochen bis zur Heilung. [CB1]
Das hat sich schon im konkreten Fall bewährt bei Schwangerschaften. Hier nimmt die Übelkeit ja manchmal enorme Ausmaße an, Pfefferminzöl schadet jedoch auch dem Fötus nicht. [AS1]
Ein weiteres Problem ist bei vielen, insbesondere bei Kindern, die Reiseübelkeit, speziell beim Autofahren. Auch hier hilft ein Taschentuch mit Pfefferminzöltropfen. [AS1]
Wenn das Öl im Urlaub gerade nicht zur Hand ist, kann man auch schnell ein Bund frische Petersilie kaufen und das Kind riechen lassen. Hilft Wunder und ist in vielen Urlauben besser als Pfefferminzöl zu bekommen. [AS1]
Folgende Therapie ist bei Chemikalienreizung (Kneipenrauch etc.) und leichten bakteriellen Infektionen hilfreich, führt u.U. auch bei Tränenfilmstörungen zu Linderung: [DR1]
Mit Teebeutel schwarzen Tee kochen und den warmen Teebeutel auf's Auge legen. Nach zwei Tagen war das Auge wieder in Ordnung. Man kann auch Eigenurin in den Bindehautsack träufeln [wer's mag, Anm. des Erstellers]. Der Wirkmechanismus ist bei beiden Substanzen dieselbe: Spülung mit Gerbsäure. Diese Therapie (Teebeutel) hilft übrigens auch bei müden und brennenden Augen. [HS1]
Achtung: Wie erwähnt, kann das rote Auge auch Zeichen sehr ernsthafter Augenkrankheiten sein, die in kurzer Zeit zur Erblindung führen können. Wenn gleichzeitig starke Augen-/Kopfschmerzen und ein steinharter Augapfel vorliegen, sofort zum Augenarzt!!! [HS1]
Beim Hauch eines Zweifels natürlich zum Arzt gehen und nicht auf das eigene "Fingerspitzengefühl" vertrauen!
Wenn in der Familie Glaukom/ Grüner Star bekannt ist, muß man eh wegen der erblichen Disposition regelmäßig zum Augenarzt, sonst empfiehlt sich die Kontrolluntersuchung anläßlich der neuen Brille (Herr Doktor ich hab da was über ... gelesen...) oder ab Erreichen des 35. Lebensjahres. [DR1]
[Bei Alkohol] muß man sehr aufpassen. Am besten ist noch Bier, da der darin enthaltene Hopfen selber sedativ wirkt (s.u.) Aber nur gerade so viel davon trinken, daß man anfängt, sich müde zu fühlen. [OT1]
In größeren Mengen erleichtert Alkohol zwar das Einschlafen, aber stört massiv das Durchschlafen: der Schlaf unter Alkoholeinfluß wird narkoseartig, die REM-Phasen werden beeinträchtigt, die erholende Funktion des Schlafs geht verloren. So führt der Alkohol selber zu Schlafstörungen, die man u.U. anfangs gar nicht bemerkt. [OT1]
Ein erprobtes und harmloses, allerdings nicht besonders starkes Mittel zur Erleichterung des Einschlafens ist Baldrian allein oder in Kombination mit Hopfen. Davon gibt es eine Vielzahl von (frei verkäuflichen) Präparaten als Tropfen oder Kapseln. Tropfen enthalten meistens Alkohol und schmecken manchen unangenehm. [OT1]
Vor Benzodiazepinen (Valium, Rohypnol...) oder Barbituraten (Luminal...) kann nur eindringlich gewarnt werden. Diese Mittel sind nur zur kurzfristigen Behandlung geeignet, in der Dauerbehandlung führen sie ihrerseits zu Schlafstörungen und machen süchtig. Diese Mittel haben auf die Struktur des Schlafs die gleiche Wirkung wie Alkohol. [OT1]
Es ist eine gute Maßnahme, sich klarzumachen, daß man nicht schlafen muß, sondern kann. Wenn man sich Streß macht mit: "Ich muß jetzt unbedingt schlafen, weil ich morgen einen anstrengenden Tag vor mir habe!" bewirkt das nur unnötige Adrenalin-Ausschüttungen. Sagt man sich aber, daß man ja liegt und der Körper auch so seine Ruhe bekommt, hat man schon den Fuß in der Tür zum Schlaf... [HS1] Allgemeine Entspannungsübungen (z.B. autogenes Training) können sehr hilfreich sein, diesen Effekt zu vermeiden. Es lohnt sich immer, diese zu erlernen. Man sollte sich davon aber keine schnelle Hilfe versprechen. [OT1]
U.U. kann Musikhören das Einschlafen erleichtern (auch hier dürfte die Entspannungswirkung im Vordergrund stehen). Ob das zutrifft und welche Musik geeignet ist, muß jeder selbst wissen/erproben. Aber nicht die ganze Nacht das Radio/TV laufen lassen, das stört vor allem die Träume. (Bei der Einwirkung akustischer Reize auf den Schlaf ist nicht die Lautstärke wesentlich, sondern die Art des Reizes und die Bedeutung, die man ihnen - unbewußt - beimißt. Bedeutungs-tragende Reize aller Art werden immer in die Träume aufgenommen.) [OT1]
Schwarzer Tee wirkt milder als Kaffee, dafür länger anhaltend. Ähnliches gilt für den (schwächeren) grünen Mate-Tee. Das immer mehr in Mode kommende Guarana (Pulver aus den Samen einer südamerikanischen Liane) wirkt noch länger. Reines Coffein in Tablettenform ist in jeder Apotheke zu haben und wirkt eher kurz. Rezeptpflichtige Aufputschmittel (Amphetamine etc) sind effektiv, aber bei Daueranwendung und Mißbrauch gefährlich: wer sie immer nimmt, wenn er zu wenig geschlafen hat, leidet immer mehr an Schlafmangel und wird immer müder. Ein Teufelskreis. [OT1]
Tritt Müdigkeit chronisch auf und wird zum Dauerproblem, dann muß die
Ursache als solche angegangen werden:
Schlafmangel, Streß: echter Schlafmangel lässt sich eigentlich nur
durch mehr Schlaf behandeln. Schlafmangel wird oft dadurch verursacht,
daß äußere Zwänge (Arbeitszeiten) dazu führen, einen dem eigenen
Schlafrhythmus widersprechenden Schlafrhythmus zu führen: Den
natürlichen Schlafrhythmus hat man genau dann, wenn man jeden Tag zur
gleichen Zeit _ohne Wecker_ aufwacht. Wer das nicht (bzw. nicht zur
richtigen Zeit) schafft, schläft permanent zu wenig; früher ins Bett
gehen hilft nur bedingt, man kann dann nicht einschlafen (siehe 4.2
"Schlafstörungen"). Streß lässt sich mit Entspannungsübungen (s.o.)
und mit einer Änderung des Lebenswandels oft besser beikommen als mit
höchst fragwürdigen Beruhigungsmitteln. [OT1]
Drogenmißbrauch (Alkohol, Barbiturate): siehe das oben über Alkohol und Schlafmittel Gesagte. Die Bekämpfung der Müdigkeit mit Aufputschmitteln führt dabei in einen Teufelskreis. [OT1]
Ernährung und andere Faktoren: die "Frühjahrsmüdigkeit" wird oft auf Vitaminmangelerscheinungen zurückgeführt, wobei das sicher nur einer von vielen Einflußfaktoren ist, vgl. auch Winterdepressionen (s.u.). Entsprechende Ernährung (Obst!) kann natürlich nicht schaden. [OT1]
Organische Störungen, z.B. Schilddrüsen-Unterfunktion: bei lang anhaltender Müdigkeit sollte man das in Betracht ziehen und sich daraufhin vom Arzt untersuchen lassen. [OT1]
Winterdepressionen: Eine dauernd gedrückte Stimmung während der Wintermonate kann durch Lichtmangel verursacht sein. Dagegen hilft das einfachste Mittel: wirklich helle Zimmerbeleuchtung (und keine langen Abende bei Kerzenschein), dafür sind Halogenlampen oder "Pflanzenlampen" nach meiner Erfahrung am besten (weil "sonnenähnlich"); bei Sonnenschein wenn möglich ins Freie gehen; mit dem regelmäßigen Saunabesuch auch einen Aufenthalt im Solarium verbinden (kleinste Dosierung - es muß lange nicht so viel sein, wie der Haut schadet). [OT1]
Sollte ich jemanden vergessen haben oder einen Absatz dem Falschen zugeordnet haben, so schreibt mir das einfach. Errare humanum est.
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